Gott sei Dank haben wir viele Löwenzahn-Pflanzen an den Beeträndern (einige auch in den Beeten) und an den Hausrändern!
Die dienen in Blüten-armer Zeit vielen Bienen und Hummeln... als Nahrung, wie wir beobachten können.
Außerdem dienten sie Felix (7) zur Erforschung, in welchen Stadien die 'Böden' der Blütenblätter in den geschlossenen Blüten sich in Samen verwandeln, ein wirklich
höchst bemerkenswerter Vorgang, auch in seiner Geschwindigkeit! Das hat er aus eigenen Antrieb erforscht und uns verschiedene Stadien gebracht, zum Staunen.
Ich meinerseits konnte heute früh staunen, als ich einen Spatz bei folgender mehrmals wiederholter Aktivität vom Schlafzimmerfenster aus im Garten beobachten konnte:
Er flog zu einer Löwenzahnpflanze und setzte sich im oberen Drittel der vielleicht 20 - 30 cm hochgewachsenen Stengel. Dadurch bog er (durch sein Gewicht), den Stengel zum
Boden, auf dem auf diese Weise die "Pusteblume" zu liegen kam. Dann rutschte er geschickt am gebogenen Stengel herab und pickte bequem von der auf dem Boden liegenden
Pusteblume die Samen, und zwar so, daß die Schirmchen seitlich aus seinem Schnabel "ausgespuckt" wurden! An diesen Aspekt hatte ich noch nicht gedacht: Daß der Löwenzahn
nach Bienen - und Menschen - auch noch den Vögeln als Nahrung dient. Und er hilft Böden bei hohem Stickstoff-Gehalt. Und kranken Menschen: u.a. durch die Leber-Heilkraft
seiner Wurzel, die schon in 70%igem Alkohol im Dunkel eines Schrankes an die Trägersubstanz übergeht, wie ich hoffe).
- Unsere - flexible - 'Politik' im Garten: möglichst nie eine Pflanze entfernen, bevor ihr Platz für eine andere Pflanze gebraucht wird. Warum eine Pflanze unnötig bei ihrer 'Arbeit',
ihrem Lebensprozeß stören? - Versuchen, jede Pflanzenart, die sich selbst in 'freier Unternehmerschaft' im Garten ansiedelt, zu identifizieren und auf mögliche Heilwirkungen zu
untersuchen (Paracelsus, sinngemäß: Die Heilmittel für einen Kranken wachsen um sein Haus herum.) Erwünschte Pflanzen möglichst an mindestens zwei, besser drei Orten im
Garten kultivieren, als "Backup" bei Problemen an einer der Pflanzen.
Gerade finde ich beim Suchen nach Fotos noch etwas ganz anderes, was im Löwenzahn steckt: eine Alternative zum Kautschuk aus Kautschuk-Bäumen:
Russischer Löwenzahn
Taraxacum koksaghyz
| Wissenschaftlicher Name | Taraxacum koksaghyz |
|---|---|
| Deutscher Name | Russischer Löwenzahn |
| Englischer Name | russian dandelion, rubber root |
| Familie | Asteraceae (Korbblütengewächse) |
| Genomgröße (Basenpaare) | 1450 Mbp |
| Chromosomen | diploid (2n = 16) |
Beschreibung
Der Russische Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Staude,
die bis 15 cm hoch werden kann und eine fleischige Bastrübe
ausbildet. Die bläulich-gräulich-grünen Laubblätter stehen in
grundständigen Rosetten. Der Blütenstand besitzt hellgrüne
Hüllblätter und hellgelbe Zungenblüten. Die Blütezeit reicht in
China vom späten Frühling bis zum frühen Sommer. Wie bei allen
Korbblütlern ist die Frucht eine Achäne, eine Sonderform der
Nuss.
Alle Pflanzenteilen, besonders aber die Bastrübe, sind von Milchsaftröhren durchzogen. Der Name kok-saghyz leitet sich vom türkischen kok-sagiz ab (kok = Wurzel, sagiz = Gummi) und weist auf die Bedeutung des Russischen Löwenzahns zur Gewinnung von Naturkautschuk hin. Im Gegensatz zu unserem in Mitteleuropa beheimateten Gewöhnlichen Löwenzahn enthält der Milchsaft des Russischen Löwenzahns zwischen 6 und 10 % Naturkautschuk.
Ursprung und Verbreitung
Die ursprüngliche Heimat des Russischen Löwenzahns ist
Kasachstan und das westliche Xinjiang.
Quellen
So wenig für jetzt.Alle Pflanzenteilen, besonders aber die Bastrübe, sind von Milchsaftröhren durchzogen. Der Name kok-saghyz leitet sich vom türkischen kok-sagiz ab (kok = Wurzel, sagiz = Gummi) und weist auf die Bedeutung des Russischen Löwenzahns zur Gewinnung von Naturkautschuk hin. Im Gegensatz zu unserem in Mitteleuropa beheimateten Gewöhnlichen Löwenzahn enthält der Milchsaft des Russischen Löwenzahns zwischen 6 und 10 % Naturkautschuk.
Ursprung und Verbreitung
Die ursprüngliche Heimat des Russischen Löwenzahns ist
Kasachstan und das westliche Xinjiang.Wirtschaftliche Bedeutung
Der Russische Löwenzahn wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Kasachstan entdeckt und wird seit 1931 zur Gewinnung von Naturkautschuk angebaut. Durch die Entwicklung des synthetischen Kautschuks kam der Anbau in den 50er Jahren zum Erliegen. Seit einigen Jahren wird der Russische Löwenzahn als potentielle Rohstoffpflanze für Kautschuk in Europa und Nordamerika wieder intensiv beforscht. Das Ziel ist es eine Alternative zu Naturkautschuk aus dem Milchsaft des Kautschukbaums (Hevea brasiliensis) und zum synthetischen Kautschuk zu finden. Der verhältnismäßig unkomplizierte Anbau des Russischen Löwenzahns erfolgt in großen Plantagen. Aus den geköpften, gewaschenen und geschnittenen Rüben wird teils flüssiger Latex, teils fester Rohkautschuk gewonnen.Quellen
- W. Franke (1992) Nutzpflanzenkunde, Thieme-Verlag, 5. Auflage
- U. Körber-Grohne, (1994) Nutzpflanzen in Deutschland - Kulturgeschichte und Biologie, Konrad Theiss Verlag, 3. Auflage
- R. Lieberei, C. Reisdorff (2012) Nutzpflanzen, Thieme-Verlag, 8. Auflage
- National Center for Biotechnology Information, U.S. National Library of Medicine
Herzlichen Gruß aus dem Haus im Garten in Keilbeck,
P.S.
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